Sommerzeit - Urlaubszeit

Wer reisen will, muss sich auf den Weg machen. Der Weg ist zwar noch nicht unbedingt das Ziel, aber er steckt manchmal voller Überraschungen. Es kann zu Staus kommen, Pannen und Unfällen - das wünscht sich keiner. Man kann aber auch Entdeckungen machen, die einfach unglaublich sind. Im letzten Jahr waren wir auf der Autobahn in Südfrankreich unterwegs, als vor uns ein silberner VW Bus auftauchte – an sich nichts besonderes. Aber irgendwie kam uns das Auto bekannt vor. Guckt mal Kinder – so einen hatten wir auch einmal! Sieht er nicht aus wie unser alter „Henry“? (Autos sind bei uns Familienmitglieder mit Namen.) „Ach nee, das kann gar nicht sein.“ „Aber stellt euch mal vor, das wäre er?“

Wir nähern uns dem Fahrzeug und setzen zum Überholen an. Die Augen werden immer länger und plötzlich fällt der Groschen– „Es ist unser Henry!“ Die leicht verfärbte Tür nach einer Reparatur war der Beweis. Als wir auf gleicher Höhe sind, erkennen wir die Leute, an die wir das Auto vor 5 Jahren verkauft hatten. Das Jubeln und Toben in unserem Auto haben die bestimmt quer über die Autobahn gehört. Da fährt man ein paar Tausend Kilometer und trifft sein altes Auto (das sogar noch fährt). Manchmal gibt’s Dinge, die gibt’s gar nicht. Später konnten wir nochmal Kontakt aufnehmen und uns bestätigen lassen, dass sie es wirklich waren.

Vielleicht hat der eine oder andere auch schon im Urlaub plötzlich Bekannte getroffen und sich gefragt, was machen denn die hier? Erlebnisse auf dem Weg.

In der Bibel haben Menschen auch oftmals besondere Dinge erlebt, als sie unterwegs waren. Jakob sieht die Himmelsleiter. Das Volk Israel erlebt viele spannende Abenteuer während der Wanderung durch die Wüste Sinai und Jesus war mit seinen Jüngern immer unterwegs, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, ihnen von der Liebe Gottes zu erzählen und erstaunliche Wunder zu vollbringen.

Auf dem Weg sein, das bezieht sich nicht nur auf die Straßen, sondern auf unser Leben generell. Und die Frage ist, auf welchen Wegen gehen wir: Auf guten oder auf Abwegen? Sind wir allein oder gemeinsam unterwegs? Haben wir ein Ziel, oder lassen uns einfach treiben?

Im Psalm 23 heißt es: "Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen."

Hinter dieser Aussage steht ein großes Vertrauen. Wie ein Schaf sich vom guten Hirten leiten lässt, so geht der Beter (David) seinen Weg durchs Leben. In demselben Psalm sind auch Situationen benannt, die das Leben schwer machen. Das finstere Tal, die Feinde, denen wir plötzlich gegenüberstehen. Aber auch das Gute, wie die grüne Aue oder die frische Quelle werden genannt. Ja – es kann beides kommen, manchmal auch ganz plötzlich und überraschend. Und immer müssen wir weitergehen.

Glauben heißt letztendlich, darauf zu vertrauen, dass wir nicht allein sind auf dem Weg. Heißt die eigene Führung abzugeben und in die Hand des großen liebenden Gottes zu legen.

Ich wünsche allen, die jetzt Urlaub machen, eine behütete und erholsame Zeit und hoffentlich schöne Überraschungen auf dem Weg.

Es grüßt im Namen der Mitarbeiter und des Kirchenvorstandes des Kirchspiels Ihr Pfarrer Daniel Bilz

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.