Lebendige Hoffnung?
Ich staunte über ihren Tonfall: Von Bitterkeit war keine Spur. Vielmehr sprach sie in großem Dank davon, dass sie zuversichtlich sei. Sie habe viel Gutes erlebt und hätte im Gebet zu Gott gesagt: „Bitte hilf mir, nachdem ich so viel Wertvolles und Schönes erlebt habe, auch das Schwere aus deiner liebenden Hand zu empfangen.“ Daran buchstabiere sie gerade. Körperlich, so hörte ich von ihr, würde es stetig bergab gehen, aber sie wisse sich getragen.
Der Tag begann mit freudiger Erwartung, aber um die Mittagszeit fühle ich mich ausgelaugt. Ich bin müde und innerlich immun gegen alles, was mir Hoffnung machen könnte. Die Sonne scheint, aber in mir ist es dunkel. Wenig später sitze ich mit einem Freund zusammen. Wir sind im Austausch und tragen Gebetsanliegen zusammen und beten füreinander. Das, was uns jeweils beschäftigt und bewegt, legen wir miteinander vor Gott ab und richten unseren Blick auf ihn. Nach dieser Zeit bin ich so erfüllt und trage die Freude so spürbar in meinem Herzen, dass ich gar nicht anders kann, als gute Laune zu verbreiten.
Petrus, jener von den Jüngern, der immer der erste war, wenn es darum ging, Jesus etwas zu beweisen, der war an vorderster Front, als es Jesus an den Kragen ging. Wenige Stunden vor seinem Tod leugnete Petrus, Jesus zu kennen und das, obwohl er beteuert hatte, bereit zu sein, für ihn zu sterben. Jahre später schreibt derselbe Petrus an christliche Gemeinden, die in großer Not sind: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.“
Zuversicht, Hoffnung, tiefen inneren Frieden, Freude und Erfüllung, Dankbarkeit trotz Leid – all das kann ich nicht machen. Aber ich kann es erleben – in Jesus Christus gibt es all das geschenkt. Und das nicht nur als Erlebnis, sondern als bleibende Gewissheit und tragfähigen Grund für gestern, heute und morgen, ja sogar in Ewigkeit. Das ist der Hammer! Das ist keine Theorie, sondern Praxis des Reiches Gottes. Jesus und Ich, Du und Jesus. Er in dir. Du in Ihm. Der vom Tod Auferstandene, der sagt: Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Er macht dich und mich zu einer lebendigen Hoffnung. In diesem Sinne: Herzliche Einladung zu den Hoffnungstagen und den Angeboten in unseren Gemeinden.
Frank Trommler